Apotheken-Fernsehen

Der Vorabend gehört den Pharma-Firmen. Zumindest die Werbeblöcke der öffentlich-rechtlichen Sender.

Die Werbewirtschaft ist bekannt dafür, dass mit Marktanalysen geprüft wird, ob eine Werbemaßnahme die gewünschte Zielgruppe erreichen kann. Demnach lässt das Vorabendprogramm der öffentlich-rechtlichen Anstalten interessante Rückschlüsse zu.

Darauf herunter gebrochen haben ÖR Zuschauer größtenteils alle irgend welche Rücken-, Gelenk- oder sonstige Schmerz-Beschwerden, Gedächtnisprobleme, kommen die Treppe nicht mehr alleine hoch, sind zu fett oder haben zu kurze Wimpern und werden von diversen anderen, mit pharmazeutischen Errungenschaften bekämpfbaren Zipperlein gequält.

Die Bekämpfung ist natürlich rezeptfrei aus der der Apotheke möglich. Die legt beim Pharmashopping gleich noch die „Apothekenrundschau“ mit in die Tüte. Die erscheint alle zwei Wochen, damit keine allzu großen Versorgungslücken bei der Neuentdeckung möglicher Gründe für weitere pharmakologischen Heilsgaben entstehen.

Für gesunde Rundfunkbeitragszahler stellen sich mehrere Fragen:

  • Findet das Leben mit zunehmendem Alter tatsächlich nur noch zwischen rezeptfreien Pillenpackungen statt?
  • Warum sehen die Leute so fit aus, die angeblich kaum krauchen können?
  • Weshalb suggerieren uns attraktive Menschen, dass sie noch nicht attraktiv genug seien?
  • Warum sagt die Freundin der vermeintlich Dicken nicht einfach: „Komm, lass uns ein bisschen Shoppen gehen, da verbrennen die Kalorien“?
  • Was bekommt die von ihrer Apotheke, wenn sie genau dieses Mittel ihrer Freundin empfiehlt?
  • Warum werden so viele Zwillinge krank, haben die selben Beschwerden aber verschiedene Mittel und am Ende hat nur einer von beiden Recht?
  • Warum soll ich den Arzt oder den Apotheker fragen, wenn doch die Freundin oder Bekannten so wohlinformiert scheinen?
  • Weshalb soll ich nicht zuerst die Packungsbeilage aufmerksam lesen?

Aber die Fragen aller Fragen lautet:

  • Warum muss ich mir für fragwürdige Rundfunkbeiträge Werbung anschauen, die mit einer noch fragwürdigeren Rezeptgebühr finanziert wird?

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