Die Mär von Kostenlos

Die Umstellung von DVBT auf DVBT2 wird von den Öffentlich-Rechtlichen mit einem Märchen beworben.

Im Raum Berlin klopft die DVBT-Umstellung bereits an die Tür. Der zu be­fürch­ten­de Zuschauer­verlust ins­beson­dere bei den Älteren, die eher eine Antenne als eine Sa­tel­lit­enschüs­sel haben, treibt die öffent­lich-recht­lichen Anstalten zu Werbe­maß­nahmen.

Dabei heben sie neben den ver­meint­lichen Vor­teilen der neuen Technik un­er­müdlich hervor, dass „nur die Privaten“ eine Jahres­gebühr kosten, während die öffent­lich-recht­lichen Sender „kosten­los“ seien.

Das ist etwa so wahr, wie man mit Luft anhalten zum Mond fliegen kann.

Vergleicht man die Ver­wen­dungs­dauer der analogen Dach­an­tenne mit der von DVBT, wird deutlich, dass wir Ver­brau­cher nach für die Meisten deutlich weniger als 13 Jahren — DVBT wurde ab 2003 ein­ge­führt — ohne Wahl­option (DVBT wird kurz­fris­tig ab­geschal­tet werden) schon wieder in die Tasche greifen müssen. Für die Staats­sender, denn mit dem Rund­funk­staats­vertrag wurde die Um­stel­lung be­schlos­sen.

Wenn man bedenkt, dass seit 1935 der DVBT-Vor­gänger seinen Dienst tat, darf man sehr gespannt sein, welche Halb­werts­zeit DVBT2 haben wird. Während ana­loge Em­pfangs­geräte in Ehren ergrauen und sterben durften, produziert die erneute Um­stel­lung nach rund einer Dekade erneut zwangs­weise einen Haufen Elek­tronik-Schrott. Und belebt zur Freude des Handels die Nach­frage für Ersatz­geräte.

Womit sich die erste Schön­fär­ber­ei der staatlich sank­tion­ier­ten Bezahl­sender offen­bart: sie zwingen uns Verbraucher zur An­schaf­fung neuer Gerät­schaften. Es darf unter­­stellt werden, dass bereits bei Ein­führ­ung von DVBT klar war, dass diese Technik keine große Halb­werts­zeit haben würde. Die bereits dafür ent­stan­den­en Kosten für Set-Top-Boxen oder gar neue Fernseher, weil man von der tollen neuen Qualität ja auch was haben will, waren auch damals eine große Freude für die Anbieter.

Wobei der Fort­schritt sehr oft ein massiver Rück­schritt war. Un­scharfe Bilder, ein­gefro­rene oder ab­ge­broch­ene Über­tra­gung, weil gegen­über dem ana­lo­gen Fern­sehen das Bild nicht rauscht, sondern einfach weg ist. Was so manches Tatort-Ende versaut hat. Wie gern hätte es da ver­rauscht sein dürfen, wüsste man wenig­stens, wer denn nun der Mörder war.

Die zweite, schon ziemlich dreiste Be­haup­tung lautet, dass „die Privaten kosten“, das Staats­fernsehen sei dagegen kostenlos. Auf den ersten Blick mag das so aussehen, denn für den Empfang der Privat­sender wird eine Jahres­gebühr von rund 70 Euro fällig. Das sind etwa 5,80 € monatlich. Und liegt ziemlich nah an dem, was die staat­lichen Fernseh­fürsten vor gar nicht langer Zeit allein für „Internet-Radio“ gefordert haben. Der Impuls für den Beginn unsere Aktivitäten.

Dabei wird verkannt, dass wir aktuell zwangsweise 17,50 € pro Monat an den Beitrags­service „über­las­sen dürfen“. Dazu noch die „Bei­träge“ die unsere Arbeit­geber ent­rich­ten und wir er­wirt­schaf­ten oder beim Bäcker, Fleischer, Gemüse­händler,… indirekt be­zah­len „dürfen“. So gesehen kostet uns das also mindestens das Dreifache. Außer­dem haben wir hier gar keine Wahl. Das müssen wir auch dann zahlen, wenn wir weder DVBT noch das Angebot als solches nutzen.

So gesehen sind „die Pri­va­ten“ die Ehr­lichen in diesem mo­der­nen Märchen der durch Staats­lobby­ismus pro­te­gier­ten Sender. Denn die Privaten nehmen nur für tat­säch­lich er­brach­te Leis­tung Geld. Oder ver­schenken sie sogar, wenn man eine Sa­tel­li­ten­schüs­sel auf dem Dach hat.

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