Wem ist es was wert?

Die Rundfunkschaffenden — jedenfalls die der öffentlich-rechtlichen Anstalten — tragen das Mantra des „besseren Rundfunks“ vor sich her, damit der Bürger im Glauben verweilt, er bekäme einen reellen Gegenwert für 17,98 € im Monat.

Nüchtern betrachtet gibt es zwar durchaus noch das ein oder andere Kleinod in der öffentlich-rechtlichen Angebotsflut. Diese Spitzen gehen jedoch immer mehr in kruder Senderplanung und den Konkurrenzversuchen gegenüber den Privatsendern unter.

Dort ist es immerhin Werbegeld der Privatwirtschaft, die einiges finanziert, bei dem leidlich intelligenten Menschen entweder hinschauen, weil sie sich quälen wollen, oder als Speed-Yoga benutzen, weil es innerhalb weniger Sekunden verdeutlicht, wie gut es einem doch eigentlich geht. Wobei das gezeigte Elend derart weit unten geflogen kommt, dass es zwischen Absatz und Fußsohle durchpasst, ohne dass man dafür springen muss. Einfach entspannt stehen.

Schmerzen vom Denken bekommt man bei diesen Programmen jedenfalls nicht. Wobei „Qualitätsrundfunk“ natürlich fraglos ebenso qualitativ hochwertige Unterhaltung sein darf. Allerdings sind „Qualität“ und „hochwertig“ Worte, die beim öffentlich-rechtlichen Angebot zu den gefährdeten Spezies gehören und die Verantwortlichen jegliche Versuche für die Errichtung von Schutzgebieten erfolgreich abwehren.

Kein Wunder, dass die Bevölkerung bei der Wertschätzung des kostenpflichtigen Angebots eine signifikant andere Wahrnehmung als deren Anbieter hat. Das Allensbach-Institut will jedenfalls in einer Umfrage herausgefunden haben, dass zwei Drittel der Bürger den Zwangsbeitrag von 215,76 €uro im Jahr für relativ hoch hält.

Im Medienbereich gibt es nur einen Bereich, der von der Bevölkerung als hochpreisig angesehen wird - und das ist das öffentlich-rechtliche Fernsehen.
Prof. Dr. Fenate Köcher, Geschäftsführerin Allensbach-Institut

Wobei das relativ hoch ebenso relativ ist, weil der Auftraggeber der Studie, nämlich der VDZ für solche Erkenntnisse sicherlich empfänglich ist. Denn dessen Mitglieder haben in den Online-Medien einen schweren Stand. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunk-Anstalten haben es mit der agressiven Umdeutung des Internets in ist Rundfunk, also unser Medium und ihrer jährlichen Online-Studie, mit der man sich selbst als Heilsbringer und Erfolgsgarant feiert, ihre Pfründe abgesichert.

Mit diesem Taschenspieler-Trick ist die Arbeitsleistung anderer der Grund dafür, dass es ganz natürlich ist, wenn wir Bürger monatlich fast 18 €uro überwiegend in die Gehalts- und Rentenkassen der öffentlich-rechtlichen Anstalten werfen, während für das beschworene Qualitätsprogramm nur noch wenig bleibt. Von dem Wenigen wird aktuell fett in Fußball investiert, dem sich das Normalprogramm beugen muss. Frei nach dem Motto, Brot haben wir keins, dafür aber Spiele satt.

Welcher Bildungsanspruch bedient wird, wenn Fußballer aufgrund brachial dämlicher Reporterfragen darüber philosophieren, weshalb der Ball irgendwo, aber eben nicht im Tor gelandet ist, erschließt sich kaum auf Anhieb. Wobei sich aufdrängt, dass es wieder was mit Schuhen zu tun haben könnte (s.o.).

Es bleibt jedoch weiterhin die Frage, warum wir uns für einen gigantischen Geldberg (ca. 9 Milliarden €uro pro Jahr) immer mehr Schrott bieten lassen müssen und die Politik sich erklärtermaßen gegen das Volk stellt, wenn sie — ebenso mantraartig — schützend den Schirm über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk spannt.

Natürlich ist es extrem widersprüchlich, aber womöglich ist es an der Zeit für die PGP, die Partei gegen Politik, die sich aktiv für die Abschaffung von Politiker-Geschwafel, Lobbyismus und Pöstchenschanzerei einsetzt. Denn erschreckend viele unbedeutende und unfähige Politiker(innen) haben ein Plätzchen in irgendeinem wofür auch immer erforderlichen Rat. Speziell ARD und ZDF haben davon reichlich. Ist das ein reeller Gegenwert?

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen Cookies zulassen, wenn Sie kommentieren möchten.